Bang & Olufsen Serene Funky Test 04/2006

BANG & OLUFSEN SERENE
Faszinierend anders
Mit dem Serene bringen Bang & Olufsen und Samsung ein Handy auf den Markt, das vor allem durch sein Äußeres bestechen soll. Wir haben das brandneue futuristische Handy für Sie getestet und unter die Lupe genommen.
Bang & Olufsen ist seit jeher bekannt für außergewöhnliche Designs. Während in den letzten Jahren aus der dänischen Designschmiede für die Kommunikationswelt lediglich schicke Tisch- und DECT-Telefone kamen, ist es jetzt endlich wieder so weit — eine neues Mobiltetelefon ist da. Und das Triband-Handy mit dem verlockenden Namen Serene stellt alle Konventionen auf den Kopf.
Dieses kantige, schwarze Ding mit mattierter Gehäusegummierung sieht ganz und gar nicht wie ein Klapphandy von Samsung aus, sondern hat die echte typische Handschrift des Bang & Olufsen-Designers David Lewis. Auf den ersten Blick erinnert das 57 bis 67 Millimeter breite und 70 Millimeter tiefe Kultobjekt wohl eher an eine Puderdose. Mit einem Gewicht von 115 Gramm und einer maximalen Dicke von 23,5 Millimeter passt das Serene auch noch gut in die Damen-Handtasche oder auch mal in die Hosentasche.
Wählscheibe unter motorisierter Haube
Die erste, echte Überraschung offenbart sich, wenn man die Klappe öffnen will, denn nach Überwindung des anfänglichen Federwiderstandes sorgt ein sanft schnurrender Miniaturmotor dafür, dass sich der Klappdeckel von alleine öffnet. Zum Vorschein kommt nun ein angenehm, großes Display und ein kreisrund angeordnetes Tastenfeld, das sehr an die gute, alte Telefon-Wählscheibe erinnert. In das Tastenfeld eingebettet wurde eine 25 Milimeterriesige 4fach-Navigationswippe, die gleichzeitig auch als Jogdial-Drehscheibe nutzbar ist. Dreht man an ihr im Standby-Betrieb, dann kommt im Display sofort das Telefonbuch zum Vorschein und mit einem ganz leise vernehmbaren Klicken kann man per Dreh zwischen den Anfangsbuchstaben blättern. Per OK-Taste verzweigt man dann am selektierten Anfangsbuchstaben ins eigentliche Telefonbuch.
Im Gegensatz zu allen anderen Klapphandys hat das Serene das Tastenfeld nicht unten, sondern oben. Auf diese Weise bleibt oben mehr Platz für den Hörlautsprecher - er klingt wie bei allen B & 0-Telefonen recht gut. Schade ist, dass es keinen zuschaltbaren Freisprechmodus gibt. Das ungewohnter Weise unten sitzende TFT-Display ist mit einer aktiven Fläche von 42,5 x 32 Millimeter angenehm groß und hat eine sehr gute Auflösung von 320 x 240 Pixel. Dank 262.144 Farben können im Display auch Fotos sehr gut wiedergegeben werden.
Konzentration auf das Wesentliche
Beim Feature-Komfort hat sich Bang & Olufsen bewusst auf wesentliche Dinge für den Alltag konzentriert - im Serene sucht man deshalb zum Beispiel vergeblich nach Spielen. An Bord ist aber ein umfassendes Telefonbuch, ein Taschenrechner, ein Währungsumrechner, eine Weltzeituhr, ein Sprachmemo mit bis zu 60 Minuten Aufzeichnungszeit und ein Wecker für drei auch bei abgeschaltetem Handy funktionierende Alarme. Zudem gibt's einen Terminkalender für immerhin je 100 Termine, Jahrestage, Memos und Aufgaben. Außerdem hat das Serene einen WAP-Browser an Bord, kann MMS senden und empfangen und verfügt über einen eMail-Client. Zur lokalen Übertragung von Bildern, Tönen und mehr hat das Serene eine Bluetooth-Schnittstelle. Sie eignet sich natürlich auch zum Betrieb eines Bluetooth-Headsets oder einer BluetoothFreisprecheinrichtung im Auto.
Bei den Ruftönen geht B&O einen besonderen Weg, denn das Handy hat keine konventionellen Melodien, sondern ertönt mit einem von drei eigens fürs Serene produzierten Klangeffekten (Holz-Klappern, Stahl-Glöcke oder Bronze-Schlag). An der linken Seite sitzt unscheinbar unter dem Drehscharnier eine kleine CMOS-Digitalkamera mit VGA-Auflösung (640 x 480 Pixel) und digitalem 4fach-Zoom. Nachdem die Kamera seitlich sitzt, muss man sich an die ungewöhnliche Perspektive erst einmal gewöhnen — denn die Fotos werden bei senkrecht gehaltenem Handy quasi links um die Ecke geschossen. Die Kamera hat zwar keine Fotoleuchte, lässt sich aber auch in einem speziellen Nachtmodus betreiben. Auf Wunsch können Serienfotos oder Schwarzweiß-Aufnahmen geschossen werden. Für Bilder und mehr hat das Serene eine Speicherkapazität von 16 MB.
Stylische und raffinierte Ladestation
Nicht nur unterwegs sorgt das ungewöhnliche Handy für Aufsehen, sondern auch zu Hause wenn es in der schicken Tischladestation aus Aluminium steht. Optisch erinnert es dann an ein konventionelles Tischtelefon — das Display ist dabei wie üblich oben und das Tastenfeld unten. Die Tischladestation hat allerdings noch einen anderen Sinn und Zweck, denn sie enthält ein DECT-Schnurlostelefon-Modul. Dieses dient zum Datenabgleich des Handytelefonbuchs mit einem Telefonbuches einer BeoCom 6000-DECTBasisstation. Schade ist allerdings, dass das GSM-Handy nicht auch gleich mit der DECTBasis in eine Sprachverbindung treten kann. Für unterwegs gehört zum Lieferumfang ein in ternational einsetzbarer Reiselader. Der integrierte Lithium-lonen-Akku mit 800 mAh reicht laut Datenblatt für 250 Stunden Standbyzeit oder drei Stunden Sprechzeit.
Funky Fazit
Das neue Bang & Olufsen Serene ist wahrlich ein ganz besonderes GSM-Handy, das sich über alle Konventionen hinweg setzt. Hat man sich mit der sehr gut durchdachten und frappierend einfachen Bedienung mal vertraut gemacht, dann bereitet die Design-Ikone wirklich Freude. Allerdings hat das Serene wie so vieles von Bang & Olufsen auch einen stolzen Preis — es war schon immer etwas teuerer, etwas Besonderes zu haben. Das gute Stück kostet ohne Vertrag und DECT-Ladestation runde 1.000 Euro, mit DECT ist es noch 100 Euro teurer. Vielleicht wird das Serene aber gerade deshalb zu einem echten Kulthandy und Statussymbol, das man sich einfach gönnt, um zu zeigen, dass man es sich leisten kann. Das außergewöhnliche Handy sprengt nicht nur den Rahmen aller Konventionen, sondern passt auch nicht in unseres Bewertungsschema. Und so können wir ihm mit gutem Gewissen nur einfach das Prädikat „EINZIGARTIG" verleihen.
Stärken und Schwächen
+ Kontrastreiches Display und Außendisplay
+ Gute Handhabung
+ Toller Sound
-- Bescheidener Business-Komfort
-- Keine Speichererweiterung
Quelle: FUNKY Handy 04/2006

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